Gewerbliche Ladestationen – Ratgeber

ABL Ladesäule mit 2 Ladepunkte
Vor der Errichtung einer öffentlichen – oder halböffentlichen Ladestation gilt es einiges an zu beachten.
Vorbereitung und Planung
Zugangsmöglichkeiten zur Ladestation
OCPP zur Backend Anbindung
Lastmanagement für Ladestationen
Unterschiede der Gewerblichen Ladestationen
Die Sache mit dem Eichrecht
Ladevorgänge abrechnen
Einsatzbereiche
Vorbereitung und Planung
Mit steigender Anzahl von Elektroautos wächst auch der Markt im Bereich der Hersteller von Ladestationen. Durch erhöhte Anforderungen stehen die Hersteller und Sie als Betreiber vor verschiedenen technischen Herausforderungen.
Technische Mindestanforderungen an den Aufbau und Betrieb von öffentlich zugänglichen Ladepunkten:
- Elektrische Sicherheit nach ISO EN 61851-1
- Stecker Typ 2 nach DIN EN 62196-2
- Oder Combo 2 DIN EN 62196-3
Um die passenden Ladestation zu finden sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
- Vorhandene Ladeleistung am Standort?
- Ladevorgänge kostenlos oder kostenpflichtig?
- Welche Bezahlmöglichkeiten?
- Welche Fahrzeugtypen bzw. Standzeiten werden erwartet?
- Örtliche Gegebenheiten
Daraus ergeben sich weitere Anforderungen an den Ladepunkt:
- Wird ein Energiezähler benötigt
- Zugangsbeschränkung bzw. Authentifizierung
- Lastmanagement
- Backend Anbindung
- Kommunikationsmöglichkeit zur Datenübertragung
Zugangsmöglichkeit zur Ladestation
Welche Nutzergruppen möchten Sie Zugang zum Ladepunkt gewähren? Je nach Branche oder Bereich ergeben sich unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten die sich wie folgt darstellen:
- Zugriff für jeden und kostenfrei
- Zugriff für Kunden oder *Roaming Partner
- Geschlossene Nutzergruppe mit Registrierfunktion
OCPP zur Backend Anbindung
Durch das OCPP Protokoll werden verschiedene Daten der Ladestation standardisiert und können von Backend Systemen ausgelesen werden. Durch die Standardisierten Datenprotokolle können Ladestationen herstellerunabhängig in ein Backend eingebunden und beliebig skaliert werden. Die Datenübertragung findet dabei per SIM Karte oder Netzwerkbasierend statt.
Lastmanagement für Ladestationen
Ein Lastmanagement wird unerlässlich sobald mehrere Elektroautos gleichzeitig laden und dadurch drohen den Netzanschluss zu überlasten. Durch eine intelligente Verteilung des Stroms lassen sich Netzausbaukosten, erhöhte Leistungsentgelte sowie Blackouts vermeiden.
Wo liegen die Unterschiede zwischen den gewerblichen Ladestationen
Wallbox: Geeignet für den halb öffentlichen Bereich. Wandladestation kann mit einer Standhalterung auch freistehend montiert werden. Vorzugsweise für Parkhäuser, Parkplätze, Kaufhäuser geeignet und überall dort wo viele Ladeeinheiten benötigt werden.
Ladesäulen: Geeignet für den öffentlichen Bereich z.B. Rastplätze und unbewachte Parkplätze.
DC Schnellladestationen: Geeignet für halböffentliche – und öffentliche Bereiche wie z.B. Tankstellen, Kundenparkplätze. Vorzugsweise überall dort wo eine schnelllade Funktion von Vorteil ist.
Die Sache mit dem Eichrecht
Seit dem 1. April 2019 müssen Ladestationen die Strom verkaufen bzw. abrechnen mit sogenannten Eichrechtskonforme Stromzähler ausgestattet werden. Eichrechtskonform sagt aus, dass ein Zähler amtlich geprüft (geeicht) ist. Im Gegensatz zu MID konformität muss der Eichrechtskonforme Energiezähler vor der Erstnutzung geeicht werden.
Ladevorgänge abrechnen
Je nach Backend System stehen verschiedene Abrechnungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Identifizierung der Benutzer erfolgt in der Regel durch RFID Karten.
- Post Paid Tarife: Die Kosten des Ladevorgangs werden summiert und dem Nutzer am Ende des Monats in Rechnung gestellt
- Prepaid: Dabei wird ein Betrag auf das Kundenkonto gebucht und anschließend verbraucht
Einsatzbereiche von Gewerblichen Ladestationen
- Flotten
- Hotels & Restaurants
- Öffentliche Einrichtungen
- Handel
- Parkhäuser
- Immobilien
- Stadtwerke / Energieversorger
- Dienstwagenfahrer
- Handwerkerfirmen
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